Um ins realtiv unbekannte Hamata zu gelangen, fliegt man am Besten bis Marsa Alam. Leider wird der Flughafen ziemlich selten angeflogen; und wenn dann für einen teuren Kurs, meist bei AirBerlin. Durch etwas Recherche sind wir auf die kuriose Airline Sunexpress gestoßen und haben dann über das Internet Flüge für 7 Tage ab Berlin Tegel gebucht.

Abflug war der 29. März 2012.

 

In Marsa Alam angekommen erstmal - niemand da. Kein Schild, kein Fahrer, lange Gesichter. Nur 3 Mitreisende, die auch besagtes Kite-Camp gebucht hatten. Nach etwas Warten wurden wir tatsächlich eingesammelt, Gepäck aufs Dach, und es ging los - Hamata liegt da wo Ägypten aufhört und der Sudan beginnt.

 

Die Fahrt ist megalangweilig, über 90 Minuten quer durch die Wüste. Bis auf ein kurzer Stop an einem ´Supermarkt´ (eigentlich Bude mit Vorhang inkl. ägypt. Abzocker ) wo unsere Mitreisenden für 15 Euro 2 Flaschen Cola, Chips und Kekse erworben. Kati als einzige Frau in der Gruppe zeigte sich ein wenig geschickter und kaufte 2 Flaschen Cola für 3 Euro ein :-) Nach der langen Autofahrt erwartet man irgendwann nur noch sehnsüchtig die Station bzw. das Camp. Ungeduld macht sich breit. 

 

Hamata selbst ist ein winziges Dorf, das Kite Village plus Camp liegt außerhalb. Die Station natürlich direkt am Strand, das Kite- Camp liegt oberhalb vom Strand/der Straße. 5 Minuten Fußweg durch den Sand.

 

Wann immer wir zum Kiten verreisen, ziehen wir die Windflaute eigentlich mit uns. So auch hier: so saßen wir 2 Tage erstmal ohne Wind am Strand. Nur Kati konnte mit dem 13,5qm Core ein wenig auf und ab fahren. Ab dem 3 Tag kam der Wind dann, richtig gut wurde es oft ab ca. 11 Uhr. Teilweise so als würde man einen Schalter betätigen und der Wind beginnt einfach nur zu blaaaaasen.

 

A pro po blasen: in Hamata haben wir auch gelernt wie man 10 Kites in weniger als 30 Minuten mit einem Kompressor aufpumpt. Sachen gibt´s ...

 

Das Revier in Hamata ist so wahnsinnig groß und so wahnsinnig schön. Flaches, kristallklares Wasser, man kann unendlich weit fahren, unter einem nur wenig kleine Korallen ... Natur, Ruhe und Kiten PUR. Eine absolute Wohltat. Wir sind im April noch im kurzen Neopren gefahren, da das Wasser schon etwas frisch - kalt war.

 

Die Station "Kite-Village"

Ziemlich groß wenn man bedenkt, dass es hier sonst rein gar nichts gibt.

Office, Verleih, mehrere Storage-Räume,  überdachte, schattige Bereiche mit Liegen, ein Beduinenzelt (mit Ausblick), ein Kiosk/ Shop, Massage, Duschen und eine kleine Bar, die Essen und Getränke zaubert. (Tipp: die Pizza dort probieren!) Geleitet wird die Station abwechselnd von einigen Österreichern. An dieser Stelle einen lieben Gruss an Gerhard :-) Achtung: Die Station legt viel Wert darauf, dass die Kites am Strand vom eigenen Personal gestartet und gelandet werden.

 

Das Camp "Kite-Village"

besteht aus 25 aneinander gereiten Wohnwagen. Wir hatten eine ´Wohnwagen-Box´ mit Bett, Schrank, TV, Kühlschrank und Mini-Bad. Vor dem Wohnwagen waren Tisch und Stühle. Und man sieht sogar das Meer :-) Wenn man will, wird der Camper täglich gereinigt.

Frühstück und Abendessen wird ebenfalls im Camp zubereitet. Was das Essen anging waren wir anfangs sehr skeptisch, wurden aber doch schnell überzeugt. Das Frühstück ist zwar simpel aber okay (es gibt Fladen, Rührei, Käse, Honig, Marmelade, Pfannkuchen, Kaffee und Tee) dafür ist das Abendessen umso besser. Es gab jeden Tag ein Gericht mit Fleisch, Beilagen und Salat. Alles sehr schmackhaft und lecker. Es wird direkt im Camp gekocht.

Was wir als sehr nett empfunden haben, waren unsere Mit-´Camper´. Natürlich nur Kiter (niemand sonst würde sich hier her verirren) - zumeist Österreicher oder Deutsche. Und am Besten sichert man sich schnell einige Bier, bevor der Kühlschrank leer geputzt ist ;-)  

 

Fazit

Wahrlich ein kleines Paradies, wenn nicht DAS Kite-Paradies. We love it! Zum Kopf-frei-Kiten.

Leider wird Hamata inzwischen überall beworben und vermarktet. 100/200 Leute am Strand sind also keine Seltenheit. Das macht es schon wieder irgendwie zu ´mainstream´.