Dakhla war von Anfang an ein "Gemeinschaftsprojekt" denn dies ist der erste Kiteurlaub, den wir zu viert geplant und gebucht haben. Gemeinsam mit Natascha und Nikolaus, die wir auf Sansibar kennengelernt haben, ging es am Karfreitag 2013 nach Dakhla/ Marokko. Finally.

  

Geflogen sind wir um die halbe Welt - so fühlt es sich zumindest an. Nach 12 Stunden "on the road" über Paris und Casablanca waren wir abends um 21 Uhr endlich in Dakhla. Highlight der Hinreise war ganz klar der Flug Paris-Casablanca, der von 3 französischen Polizisten und einem Abschiebehäftling (inkl. Randale) begleitet wurde. (da kommen glatt Gefühle von Prison Break auf :-)

 

Dakhla ist ein Städtchen mit ca. 50.000 Einwohnern, ehemals Militärstadt, "Niemansland" in der westlichen Sahara, kurz vor Mauretanien ... Hierher kommt man eigentlich nicht. Außer man möchte 330 Tage im Wind im Jahr und Kitesurfen. Gekitet wird in einer riesen Lagune, gewohnt in kleinen oder großen Camps direkt am Spot. Endlich mal vom Bett aufs Brett.  

 

Nach einem Transfer von ca. 30 Minuten waren wir dann endlich im Ocean Vagabond und konnten unsere schönen Bungalows beziehen. 1. Reihe direkt mit Blick aufs Wasser...

 

Die ersten vier Tage hatten wir den wohl besten Wind aller Zeiten. Morgens lockere 15-18 Knoten, ab Nachmittags dann über 20 Knoten. Immer gleichbleibend, als würde man eine Windmaschine betätigen. So haben wir die ersten Tage in Dakhla eigentlich komplett auf dem Wasser verbracht und fielen abends erschöpft in die Betten. Anschließend setzten 2 Tage totale Flaute und irgendwann tatsächlich Langeweile ein ... so haben wir eine Dünenwanderung unternommen oder viel auf der Terasse abgehangen. Das Ocean Vagabond bietet für diese Tage aber auch "windlose" Action an: Wellenreiten, Wasserski oder Fischen. Wir haben uns einen Vormittag im SUP versucht, mit der tollen Erkenntniss: im Sitzen ist es viel einfacher als im Stehen :-)

 

Zum Ende hin hatten wir noch mal drei Tage relativ guten Wind - dafür aber extrem böhig an den Vormittagen. So böhig, dass Kite-Maus Kati mit einem 7er Kite tatsächlich in Seenot geraten und vom Stationsboot gerettet werden mußte. "aaahh, put me in the boat"!!!

 

Mr. Börnie hat die Zeit in Dakhla genutzt die neuen North Kites Rebel und Vegas auszufahren, Sprünge zu verbessern und sogar Neues zu erlenen. TOP! Kati hat zwei Tage vor Abreise endlich das richtige! Springen für sich entdeckt und schafft es nun bereits auf 80cm in der Höhe und 6 Meter in der Weite. Allerdings leicht unkontrolliert :-) Achtung!

 

Die Station

am Ocan Vagabond wird von Club Mistral betrieben. Es gibt einen großen Pool an North KB Material, sehr viel Windsurfmaterial, Kompressor, kleinen Shop und nettes Personal. Pro Tag zahlt man hier 10 € (storage und Rescue inklusive). Die Station wird von Kirsty Jones geleitet - PKRA Teilnehmerin, mehrmalige Weltmeisterin und North Team Rider.

Der Service oben an der Station ist echt prima, wir hätten uns aber mehr Unterstützung am Strand/ Wasser gewünscht. Hier ist meist niemand zum Starten oder Landen da.

 

Das Camp "Ocean Vagabond"

ist eigentlich komplett in französicher Hand. Es gibt einfache und teure Bungalows, insgesamt ca. 35 Stück, alle sehr schön und modern eingerichtet.  Die Übernachtung wird immer inklusive VP angeboten. Frühstück, Mittag, Abendessen gibt es vom Buffet und sind echt gut. Wasser am Tisch ist inklusive, alle anderen Getränke gehen extra und sind echt überteuert. Ein Bier kostet leider 4,60 €. Zum Camp gehört auch eine noch Beachbar mit Hängematten und cooler Musik. Allerdings steppt hier abends nicht wirklich das Kamel ;-) 

 

Fazit

We love Dakhla. Ein wirklich toller Spot. Wenn der Wind da ist, ist es voll empfehlenswert - sowohl für Anfänger wie auch Fortgeschrittene. Allerdings ist die Lagune bei Ebbe schon sehr schmal und klein, Zusammenstoß ggf. nicht ausgeschlossen. Negativer Effekt für uns sind die hohen Übernachtungspreise und die teuren Nebenkosten (Getränke, Ausflüge, usw.)